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Evangelisch-Reformierte Kirchgemeinden Hüttwilen und Nussbaumen

Herzlich willkommen auf der Website unserer Seebachtaler Kirchgemeinden.
Wir veröffentlichen hier aktuelle Informationen zum Gemeindeleben.

Die Einträge werden monatlich geändert und entsprechen dem gelben Mitteilungsblatt, das in alle Haushaltungen verteilt wird.

 

Monatsspruch Juli 2026

Es ströme aber das Recht wie Wasser und die Gerechtigkeit wie ein nie versiegender Bach. Amos 5.24

Amos war Viehzüchter und Obstbauer. Wie hat er’s in die Bibel geschafft? Gott selbst hat ihn zum Propheten berufen, so beteuert er.  Ein hoher Anspruch, der in etablierten Kreisen natürlich auf Kritik stiess: Da könnte ja jeder kommen. Allerdings ist es für die Bibel nicht untypisch, dass da einfach einer kommt – Bedingung ist eigentlich nur die Wahrheit. Ob etwas wahr ist, erkennt man allerdings oft erst im Nachhinein. Vorher ist jeder herausgefordert selbst zu beurteilen.

Nach welchen Kriterien? Dazu gehört zweifellos das Recht und die Gerechtigkeit. Dummerweise sind auch die nicht immer ganz eindeutig. Oder doch? Weiss man immer, was Recht ist und was Unrecht? Es gibt – neben  den Geboten – schon so ein Grundempfinden. Und doch gewöhnt man sich manchmal auch an ungute Dinge und nimmt sie gar nicht mehr wahr. Es kann darum gut sein auf kritische Stimmen zu hören.

Amos kritisiert – wie fast alle Propheten – das Unterdrücken und Ausnützen von anderen. Er kritisiert religiöse Selbstgefälligkeit und Oberflächlichkeit. Um 760 v.Chr. ist er aufgetreten. Man geht davon aus, dass es nicht allzu schlechte Zeiten waren. Ein Grund mehr, um auf unerkannte Fehler aufmerksam zu machen. Denn alle Schuld hat Folgen: Kriege, Verbannung, Missernten und Zerstörung werden im Prophetenbuch genannt.

Kann man dem wehren? «Sucht das Gute und nicht das Böse», «hasst das Böse und liebt das Gute». «Sucht den Herrn und bleibt am Leben». Gottes Kritik, die Er den Propheten aufträgt, ist nicht um der Kritik willen. Sie zielt auf das Gute, das Rechte, auf Gemeinschaft und Frieden.  Die Absicht war, dass die Androhung von Strafen Wirkung hat. Wobei viel Hoffnung hatten die Propheten dann doch nicht. Besserung trat meist erst ein, nachdem etwas Schlimmes geschah.

Und doch soll man die Hoffnung nicht aufgeben. Den Glauben sowieso nicht – und auch nicht den Glauben an sich selbst. Kritik macht nur dann wirklich Sinn, wenn man den Kritisierten zutraut es besser zu machen.

Herzlich! Pfr. R. Ladner

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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