Herzlich willkommen auf der Website unserer Seebachtaler Kirchgemeinden.
Wir veröffentlichen hier aktuelle Informationen zum Gemeindeleben.
Die Einträge werden monatlich geändert und entsprechen dem gelben Mitteilungsblatt, das in alle Haushaltungen verteilt wird.
Monatsspruch Oktober 2026
Zur Freiheit hat uns Christus befreit! So steht nun fest und lasst euch nicht wieder das Joch der Knechtschaft auflegen. Gal. 5.1
Ordnung muss sein! Schätzen sie es auch, wenn es ordentlich zugeht oder alles an dem Platz ist, wo es hingehört bzw. wo es Sinn macht? Auch in der Kirche gibt es Ordnungen. Sie dienen dazu für alle möglichst gleiche Bedingungen zu schaffen. – Wobei ich einst überrascht war, dass es im Thurgau keine Kirchenordnung gibt, sondern eine sogenannte kirchliche Gesetzessammlung. Das tönt schon etwas gefährlich. Wie damals nach dem Studium, als man sich verpflichtete das biblische Wort nach bestem Wissen und Gewissen weiterzugeben. Das war klar, heisst doch die eigentliche Berufsbezeichnung einer Pfarrperson «Verbi Divini Minister» – Diener am göttlichen Wort (gemäss der Bibel). Aber ganz am Schluss hiess es dann: Ein Pfarramt kann nur übernehmen, wer auch gelobt sich an die kirchlichen Ordnungen zu halten. Das war nach den freien Studien unerwartet.
Was mich anfangs störte, wurde mir mit der Zeit aber lieb. Ordnungen schaffen nicht nur faire Bedingungen, sondern auch Klarheit. Sie verhindern, dass es allzu individualistisch zugeht. Das hat sich in den letzten Jahren immer mehr abgeschliffen. Der Individualismus droht die Ordnungen zu verdrängen. Wenn es nicht anders geht, so hält man sich daran, wenn möglich möchte man sie lieber den eigenen Vorstellungen anpassen. Das scheint ein menschliches Grundprinzip zu sein. Auch: Ordnungen für andere sind wichtig, für einem selber eher unnötig, weil man ja schon weiss, was richtig ist…
Was das mit dem obigen Vers zu tun hat? Viele sogenannte Judenchristen wollten dem jungen christlichen Glauben die alten Formen aufzwingen (Beschneidung, kultische Gesetze, Speisevorschriften usw.). Paulus wehrte sich vehement. Er war sicher: Wenn der Glaube mit zu viel Regeln verbunden wird, verliert er seine Anziehungskraft. Er setzte sich durch und man hielt sich nur an wenige, damals allen einsichtige, Vorschriften (keine Unzucht, kein Götzenopferfleisch, kein Blutverzehr). Alte Regeln verschwanden, aber schon bald kamen neue dazu. Eben Ordnungen. Sind sie nun ein unnötiges Joch, eine Belastung oder Hilfe für ein gutes Zusammenleben und Schutz vor dem Chaos? Sagen wir: Jene, die dem Glauben und der Gemeinschaft dienen sind ok., jene die sie behindern nicht.
Herzlich! Pfr. R. Ladner
