Pressetext
Hüttwilen – An ihrer ausserordentlichen Mitgliederversammlung vom 24. September 2025 hat die Evangelische Kirchgemeinde Hüttwilen – Herdern den Weg für die Sanierung ihrer Kirche geebnet. Mit deutlicher Mehrheit entschieden sich die Stimmberechtigten für die sogenannte Variante B2, welche die Erhaltung des Gebäudes, Dämmmassnahmen, die Erneuerung des Eingangsbereichs mit neuem Gemeinschaftsraum hinter der Kirche sowie eine Photovoltaikanlage auf dem Dach vorsieht.
Die Kirche in Hüttwilen wurde 1963 erbaut und prägt seither als schlichte, lichte Zeltkirche mit freistehendem Glockenturm das Dorfbild. Nach über 60 Jahren sind umfassende Sanierungsmassnahmen notwendig, um bauphysikalische Probleme zu beheben, die Sicherheit zu gewährleisten und die Nutzungsmöglichkeiten den heutigen Bedürfnissen anzupassen.
Die Kirchenvorsteherschaft stellte vier Varianten zur Diskussion. Während die Basisausführung (Variante A) lediglich die notwendigsten Erhaltungsarbeiten umfasst hätte, beinhalten die Varianten B1 und B2 zusätzliche Optimierungen an der Gebäudehülle, insbesondere eine Dämmung der Dachflächen. Variante B2 unterscheidet sich durch den Einbau einer Photovoltaikanlage, die grosse Mengen Strom erzeugt und damit einen wesentlichen Beitrag zur Energiebilanz der Kirchgemeinde leisten soll. Die umfassendste Lösung, Variante C, hätte zudem einen Ersatz der Elektroheizung durch eine Wärmepumpe sowie eine komplette Gebäudeautomation vorgesehen.
In der Abstimmung erhielt Variante B2 mit 31 von 33 Stimmen die überwältigende Zustimmung der Versammlung. Damit folgte die Versammlung der Empfehlung der Kirchenvorsteherschaft. Kirchenpräsident Michael Ingold und Hanspeter Zehnder, Mitglied der Baukommission, betonten in ihren Ausführungen die Dringlichkeit der Massnahmen, die Einhaltung der denkmalpflegerischen Auflagen sowie die energetischen Vorteile der vorgeschlagenen Lösung.
Die Umsetzung der beschlossenen Sanierung wird eine Steuerfusserhöhung um 4 Prozent erforderlich machen. Entsprechend wurde der Steuerfuss ab dem Jahr 2026 von 20 auf 24 Prozent angehoben. Auch dieser Beschluss fand eine breite Mehrheit.
Neben der Sanierung stand die Wahl eines neuen Synodalvertreters auf der Traktandenliste. Ernst Forrer aus Herdern wurde mit 31 Stimmen gewählt und tritt die Nachfolge von Marlise Blaser an, die das Amt seit 2010 innehat.
Kirchenpräsident Michael Ingold zeigte sich erfreut über den klaren Entscheid der Kirchgemeinde: „Mit der Wahl von Variante B2 stellen wir sicher, dass unsere Kirche nicht nur erhalten, sondern auch zukunftsgerichtet ausgestattet wird. Dank der Photovoltaikanlage können wir einen wichtigen Beitrag zur Nachhaltigkeit leisten und gleichzeitig die Betriebskosten langfristig senken.“
Die Bauarbeiten werden voraussichtlich sechs bis acht Monate dauern und frühstens nach der Konfirmation Mitte Mai 2026 starten.
Marcel Schenker
