Lange haben wir uns gewehrt, nun ist es soweit, es wurden keine Kinder mehr für die Sonntagschule angemeldet.
Damit geht eine lange Periode zu Ende, welche die letzten Jahrzehnte geprägt hat. Erfunden hat man die Sonntagschulen am Ende des 18. Jahrhunderts. Ziel war es mit Hilfe der biblischen Geschichten Kindern aus ärmlichen Verhältnissen Lesen und Schreiben beizubringen. 1869 wurde die Sonntagschule dann offiziell von den Kirchen übernommen und zu einer Art Kindergottesdienst.
Im Thurgau bildete die Sonntagschule den ersten Religionsunterricht für Kindergärtner bis zur 3. Klasse. Deshalb begann der Religionsunterricht erst in der 4.Klasse. Da die freiwillige Sonntagschule immer weniger besucht wurde, hat man den Religionsunterricht vor wenigen Jahren in der 3. Klasse begonnen. Viele Gemeinden haben angefangen die Kinder (wie in anderen Kantonen) ab der 1. Klasse zu unterrichten, um die christliche Erziehung der Eltern im Sinne des Taufversprechens zu ergänzen.
Auch wir sind nun aufgefordert die Lücke zu füllen und werden ab dem nächsten Schuljahr ein Mindestangebot von viermal 2 Stunden für die Erst- und Zweitklässler zusammenstellen.
Wegfallen tut damit leider auch die jährliche Kinderweihnachtsfeier. In diesem Jahr haben wir sie durch eine Dominoweihnacht ersetzt. Bei dieser Gelegenheit haben wir die Sonntagsschulleiterinnen verabschiedet, die lange Jahre diesen Dienst in unseren Gemeinden getan haben: Cornelia Schori in Herdern und Hüttwilen (20 Jahre), Renata Scheibler (25 Jahre), Conny Rorh (17 Jahre) und Daniela Kürsteiner (14 Jahre) alle in Nussbaumen. Wir sind ihnen und ihren Vorgängerinnen zu grossem Dank verpflichtet. Sie haben den Kindern viele schöne Stunden beschert und mit ihnen zusammen jeweils tolle Weihnachtsfeiern durchgeführt. Ganz früher gab es ein Lied den Unterrichtenden zu danken.
Wir danken, liebe Lehrerinnen / für eure Sorg und Müh’!
Ihr führt uns zu dem Himmelreich / in unsrer Jugend früh.
Und zieh’n wir aus dem Vaterhaus / einst in die weite Welt hinaus,
so führ’ uns euer treue Rat / stets auf dem Lebenspfad.
Grosse Worte, aber immerhin, ich behaupte bis heute aufgrund der einstigen Sonntagschule Pfarrer geworden zu sein.

Renate Scheibler, Conny Roth und Daniela Kürsteiner bei der freundlichen
Verabschiedung durch Kirchgemeindepräsidentin Irene Kempf.
